Die andere Tochter

Toni entrümpelt Wohnungen Verstorbener in Berlin. Da rutscht sie eines Tages aus und erleidet eine schwere Augenverletzung. Nur durch eine Hornhautspende erhält sie ihr Augenlicht zurück. Auf zwei Zeitebenen bewegt sich die Autorin: In der Gegenwart, Die andere Tochter in der es offensichtlich zu einer Bluttat bei ihren Eltern gekommen ist und nun die Entscheidung ansteht, das Leben der Mutter zu beenden und deren Organe freizugeben, und die Vergangenheit, in der Toni von ihren Erlebnissen nach der Transplantation erzählt. Die Handlung springt zwischen diesen beiden Ebenen hin und her, was beim Lesen jedoch überhaupt nicht stört. Gegen die gesetzlichen Vorschriften nimmt Toni Kontakt mit der Mutter der Spenderin Zsazsa auf. Diese sieht in ihr ihre zweite Tochter. Und auch Toni hat beklemmende Erlebnisse. Beim Blick in den Spiegel erblickt sie eine andere Frau. Toni soll nun Zsazsas Wohnung entrümpeln und fühlt sich dabei ständig beobachtet und verfolgt. Von Zsazsa? Wandert mit der transplantierten Hornhaut auch die Seele auf eine andere Person? Wie ist Zsazsa zu Tode gekommen? Welche Rollen spielen ihre Schwester und ihr Verlobter? Zsazsas und Tonis Familien weisen ungeheuerliche Geheimnisse auf, die erst langsam enthüllt werden. - Ein fulminanter Roman, dessen Spannung absolut überzeugt. Und ganz am Ende werden die Hintergründe in einem atemberaubenden Finale aufgelöst. Unbedingt empfohlen.

Wilfried Funke

Wilfried Funke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die andere Tochter

Die andere Tochter

Dinah Marte Golch
List (2021)

444 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 975679
ISBN 978-3-471-36010-1
9783471360101
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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