11 ist eine gerade Zahl
Katjas Tochter Paula ist krebskrank. Der Knochentumor aus dem Oberarm hat Metastasen in der Lunge gebildet. Nach einer Operation steht für sie jetzt womöglich wieder eine langwierige, kräftezehrende Chemotherapie an. Mit einer märchenhaften Fortsetzungsgeschichte
über das Mädchen Pola, den Silberfuchs und den gefährlichen, dunklen Schatten kämpft die alleinerziehende Mutter gegen die medizinischen Statistiken und Wahrscheinlichkeiten, gegen ihre eigene Angst – und für den Lebensmut der Vierzehnjährigen, die so begeistert Fußball spielt und am liebsten mit ihrem besten Kumpel Marlon abhängt. – Dem schweren, bedrückenden Thema Krebserkrankungen bei Kindern begegnet Martin Beyer in seinem Roman mit einer überzeugenden Darstellung des Klinikmilieus und des durch die Rückkehr des Krebs' aus den Fugen geratenen Familien-, Berufs- und Schulalltags. Die von Katja erfundene, am Krankenbett von Paula erzählte Geschichte in der Manier von „Tausendundeiner Nacht“ stellt allmählich die Nähe zwischen der pubertierenden Tochter und der nach innerer Stärke suchenden Mutter wieder her. Den Roman von Martin Beyer kann man allen empfehlen, die eine Überblendung von realistischer und fantastischer Erzählweise schätzen und die mutmachende, trostspendende Lektüre suchen.
Slávka Rude-Porubská
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
11 ist eine gerade Zahl
Martin Beyer
List (2025)
316 Seiten
fest geb.