Unsere Suche nach Zärtlichkeit
Der Brüsseler Uhrmacher Sebastien Dumont arbeitet ehrenamtlich in der Telefonseelsorge. Das Gespräch mit einer anonymen Kundin beschäftigt ihn so sehr, dass er ihr vermeintlich nachreist, an die Cote d'Azur, nach Antibes. Dort lernt er nicht die
Unbekannte kennen, sondern die schöne Florence, die ihn sogleich in ihren Bann zieht. Auch Florence fühlt sich zu ihm hingezogen, und beide erleben eine wunderbare Liebesgeschichte im südfranzösischen Frühherbst, voller Zärtlichkeit, intensiver Gefühle, und Sebastien, der längst den Glauben an die Liebe verloren hatte, lebt wieder auf. Bis er eines Abends erfährt, dass Florence noch verheiratet ist und ihren nach einem Unfall im Wachkoma liegenden Mann pflegt. Sebastien ist zunächst konsterniert, doch Florence versucht, ihm klarzumachen, dass auch sie nach Jahren der Aufopferung für ihren Mann das Recht auf ein erfülltes Leben hat. Verwirrt vom Widerstreit seiner Gefühle reist Sebastien zurück nach Brüssel, doch die Liebe zu Florence verlässt ihn nicht. So treffen sie sich in Brüssel wieder und beschließen, ihre Beziehung neu zu beginnen. – Schon mit seinem Roman "Der Liebende" (BP/mp 23/717) hat Autor Martin Ehrenhauser bewiesen, dass er es versteht, das Thema "Liebe" auf eine ganz besondere Art darzustellen: Es ist auch hier eine außergewöhnliche Situation, in der sich die Liebenden befinden. Und der Autor gerät trotz seiner sehr romantisch wirkenden Beschreibung nicht in die Gefahr, in Klischees oder gar den Kitsch abzugleiten. Mit feiner Feder beschreibt er wunderbar Stimmungen, Atmosphäre und Gefühle. Wieder ein ganz außergewöhnlicher Liebesroman des Österreichers, der viele Leser erfreuen wird.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Unsere Suche nach Zärtlichkeit
Martin Ehrenhauser
Ullstein (2025)
206 Seiten
fest geb.