Acht Wochen verrückt
Mila hat einfach keine Kraft mehr. Am liebsten würde sie den ganzen Tag nur im Bett verbringen. Mit Ende 20 sieht sie schon keinen Sinn mehr in ihrem Leben, ihrem Job und ihrer Familie. Mit ihrer Depression wird Mila für acht Wochen in eine psychosomatische
Klinik überwiesen. Nun ist sie also offiziell verrückt, denn in der Klapse ist das doch schließlich jeder, denkt sie. Doch Mila lernt schnell, dass es einige Gemeinsamkeiten und sehr große Unterschiede gibt. Die Diagnose, die alle Patienten eint: Sie haben sich selbst verloren. Am Ende der acht Wochen hat Mila wieder Halt im Leben, viele neue Freunde mit unterschiedlichen Krankheitsbildern und die Erkenntnis gewonnen, dass es "normal" nicht wirklich gibt. Jeder ist ein bisschen verrückt, und das hält uns im Gleichgewicht. - Die einfühlsame Geschichte der traurigen Mila ist an vielen Stellen sehr aufwühlend und immer wieder kommen einem die beschriebenen Gefühle bekannt vor. Jeder von uns kennt Gefühle der Ohnmacht in unserer genormten Welt. Mit ihrer Figur Mila zeigt die Autorin dem Leser, dass man sich dieser Ohnmacht aber nicht ergeben sollte. Vielmehr sollte man öfter auch mal an sich denken und einfach das tun, was einem selbst wichtig ist. Denn wer definiert, bitteschön, schon Normalität? Unbedingt zu empfehlen!
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Acht Wochen verrückt
Eva Lohmann
Piper (2011)
194 S.
fest geb.
Auszeichnung: Roman des Monats