Jugendjahre
"Eltern haben mindestens 12 Jahre Zeit, ihr Kind zu erziehen. Wenn es in die Pubertät kommt, können sie nur hoffen, dass sie ihre Sache gut gemacht haben." (S. 258) Daher entfaltet Remo Largo im Gespräch mit Monika Czernin keine Patentrezepte für
den Umgang mit Jugendlichen, sondern stellt in erster Linie die Entwicklungsaufgaben des Erwachsenwerdens vor. Er erklärt gut verständlich diese großen Entwicklungsaufgaben - Geborgenheit finden, soziale Akzeptanz und Selbstverwirklichung - wie auch die gravierenden körperlichen Veränderungen. Dabei gelingt es ihm, die Potenziale von Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen und sich dem Thema nicht defizitorientiert zu nähern. Die drei Teile des Buchs - Entwicklung, Entwicklungsaufgaben und Umfeld der Jugendlichen - sind in kleinere, gut für sich lesbare Unterkapitel unterteilt, die jeweils mit einer Kurzzusammenfassung enden. Wie auch die Vorgänger "Kinderjahre" (s. BP 99/593) und "Schülerjahre" (s. BP/mp 10/24) enthält der Band einen breiten Abbildungsteil mit statistischem Material. Auch wenn die eingestreuten gesellschaftspolitischen Forderungen den einzelnen Lesern wenig Handlungskompetenz geben, macht doch insbesondere der wertschätzende Blick auf Jugendliche das Buch zu einer sehr empfehlenswerten Lektüre.
Annette Jantzen
rezensiert für den Borromäusverein.
Jugendjahre
Remo H. Largo ; Monika Czernin
Piper (2011)
400 S. : Ill. (farb.)
fest geb.