Reise nach Kalino

Julius Werkazy, Inhaber eines nicht besonders gut gehenden Detektivbüros, erhält einen mysteriösen Anruf, der ihm einen lukrativen Auftrag verspricht. Der Mann am Telefon verlangt von ihm aber, dass er nach Kalino kommen soll, ein Kleinstaat, der Reise nach Kalino normalerweise nicht von Außenstehenden betreten werden darf. Nach seiner Ankunft wird Werkazy zu Osmos, dem Eigentümer, Gründer und obersten Repräsentanten von Kalino, gebracht, der ihn über sein Anliegen informiert: Sein engster Mitarbeiter ist in eine Schlucht gestürzt - wahrscheinlich Mord. Werkazy erhält von Osmos den Auftrag, dieses Unglück unverzüglich aufzuklären, denn der Tod ist etwas, das es in Kalino nicht gibt. Der Detektiv beginnt umgehend mit seinen Recherchen, wobei er zuerst einmal versucht, hinter das Geheimnis von Kalino zu kommen. Alle 2344 Bewohner des völlig von der Welt abgeschotteten hoch technisierten Staats sind scheinbar perfekte Menschen, jung, gesund und topfit. Auf den ersten Blick scheinen die Menschen hier friedlich ein sorgloses Leben zu führen. Doch bald entdeckt Werkazy unter der Oberfläche menschenverachtendes und autoritäres Handeln. - Der in Polen geborene und in Wien lebende Autor ("Herrn Kukas Empfehlungen": BP 99/952) präsentiert mit seinem ersten Krimi eine skurrile Mischung aus klassischem Detektivroman und Science-Fiction-Literatur. Der Autor glänzt dabei mit feinem Humor, herrlich schrägen Charakteren und brillanten Dialogen. Die flotte Satire auf die Missstände unserer technikhörigen Gesellschaft mit ihrem Konsumdenken, Schönheits- und Jugendwahn und ständigem Streben nach dem großen Glück ist ein großes Lesevergnügen und sehr empfehlenswert für alle Büchereien.

Günther Freund

Günther Freund

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Reise nach Kalino

Reise nach Kalino

Radek Knapp
Piper (2012)

254 S.
fest geb.

MedienNr.: 366611
ISBN 978-3-492-05472-0
9783492054720
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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