Stromschnellen

Durch einen Familienzwist verliert Margo ihren Vater. Ihre Mutter hat die Familie verlassen, ohne eine Adresse zu hinterlassen. Sie schnappt sich ein Boot und schlägt sich allein in der Flusslandschaft des Stark River durch. Margo hat ein inniges Stromschnellen Verhältnis zu Natur und Fluss und spricht wenig. Unterschlupf findet sie zuerst in einer Sommerhütte eines - wie es sich herausstellt - kleinkriminellen Brüderpaares. Sie wird die Geliebte des einen, der in der Stadt aber eine Ehefrau hat. Um zu überleben, tötet sie den anderen. Kurzzeitig lebt sie bei einem Mann auf der anderen Flussseite und lernt später einen Indianer kennen, der auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Sie findet auch ihre Mutter, kommt aber mit der versorgungsbedürftigen Frau nicht klar. Und eine Rückkehr zu den Verwandten scheitert an den Wunden des tödlichen Streits. Letztlich kommt Margo, die inzwischen schwanger ist, bei einem alten Mann unter, der von schwerer Krankheit gezeichnet in einem Hausboot lebt. Er vererbt es ihr. - Es gibt durchaus die uns vertraute Struktur mit Gemeinden und Einrichtungen in der Region, ja sogar Stauwehre im Stark River. Dennoch hat man bei der Lektüre das Gefühl, Margos urtümliche Welt sei davon isoliert. Sie berührt die der anderen Menschen nur, wenn das unumgänglich ist. Margos Lebensraum ist ein unberührter Fluss, der ihr alles gibt, was sie zum Leben braucht: Nahrung, Schutz und Freiheit. (Übers.: Carina von Enzenberg)

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Stromschnellen

Stromschnellen

Bonnie Jo Campbell
Piper (2013)

397 S.
fest geb.

MedienNr.: 376802
ISBN 978-3-492-05492-8
9783492054928
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.