Als Mutter verschwand

Die betagten Eltern wollen ihre Kinder in der Millionenstadt Seoul besuchen. Am Bahnhof steigt nur der Vater in die S-Bahn, die Mutter verschwindet spurlos. Auf allen möglichen Wegen versuchen die Kinder, eine Spur von ihr zu finden. In diesem Zustand Als Mutter verschwand der Anspannung blickt als erste die Tochter, die Schriftstellerin wurde, auf ihre gemeinsamen Jahre mit der Analphabetin zurück. Der Bruder schildert einem nur Du genannten Gegenüber, wie seine Mutter seinen Lebensweg in der großen Stadt ermöglichte. Das dritte Geschwister, eine Apothekerin mit drei Kindern, sieht besonders den sich verschlechternden Gesundheitszustand der Mutter. Auch der Vater blickt auf seine Art zurück und erkennt, dass er die unermüdliche Arbeiterin an seiner Seite nie genügend beachtet hat. Keiner kannte das Innenleben der Mutter. - Es sind oft versteckte Vorwürfe, die sich die Kinder machen, als ihnen bewusst wird, was ihnen die aufopferungsvolle Mutter gab, wie sie sie ihren Weg gehen ließ und nie Forderungen an sie stellte. Das rätselhafte Verschwinden ist ein gelungener Kunstgriff, die Geschichte zweier Generationen zu rekapitulieren. Vom ärmlichen und traditionsgebundenen Leben in einem koreanischen Dorf zu Hektik und Lebenstempo der heutigen Metropole. Das Buch ist sowohl ein Zeitbild des aufstrebenden fernöstlichen Landes als auch ein zeitloses Zeugnis der Liebe zwischen Eltern und Kindern. Lesenswert. (Übers.: Cornelia Holfelder-von der Tann)

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Als Mutter verschwand

Als Mutter verschwand

Kyung-Sook Shin
Piper (2012)

248 S.
fest geb.

MedienNr.: 366613
ISBN 978-3-492-05510-9
9783492055109
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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