Die Hebamme von Auschwitz
Bei der Geburt der aus Lodz stammenden Jüdin und späteren Krankenschwester Ester hatte die katholische Hebamme Ana mitgeholfen. 1939 erlebt Ana auf Esters Hochzeit, wie die Deutschen die Juden aus der Synagoge ins neu errichtete Ghetto von Lodz treiben.
Ana geht in den Widerstand, wird aber zusammen mit Ester ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie beide unter unmenschlichen Bedingungen ihren von Hunger und Krankheit geschwächten Mitinsassinnen bei der Geburt ihrer Kinder helfen. Doch die Blockwartin ertränkt die Säuglinge gleich nach der Geburt oder verkauft sie für Schnaps an die Nazis, die sie gleichgesinnten Adoptiveltern übergeben. Fortan tätowiert Ester alle Kinder unter der Achsel mit der Sträflingsnummer ihrer Mütter, auch ihre eigene Tochter, in der Hoffnung, sie einst wiederzufinden. Stuart empfindet die Lebensgeschichte Stanislawa Leszczynskas nach, die im KZ Auschwitz 3.000 Kindern zu einem meist kurzen Leben verholfen hat. In chronologischer Reihenfolge erzählt, verwandelt Stuart die auf realen Fakten beruhenden Ereignisse in eine höchst beeindruckende Geschichte mit authentisch gezeichneten historischen und fiktiven Figuren.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Hebamme von Auschwitz
Anna Stuart ; aus dem Englischen von Anja Mehrmann
Piper (2026)
462 Seiten
kt.