Und wir tanzen, und wir fallen
Drei Jahre hat Edith gegen den Eierstockkrebs gekämpft, jetzt wird sie nach der letzten erfolglosen Chemotherapie zum Sterben aus dem Krankenhaus entlassen. Mutter eines Siebenjährigen, der bereits schwer traumatisiert ihre kurze letzte Zeit nicht
mehr miterleben soll. So übernehmen Ashley, ihre und Edis Familie die Sterbebegleitung im Hospiz. Während sie den Verfall ihrer Freundin tagtäglich sieht, beschreibt und emotional bewältigen muss, erinnert Ash an all das, was sie und Edi gemeinsam er- und durchlebt haben. Sie reflektiert dabei - mit einer erfrischenden Prise Witz - auch das eigene (Familien)Leben, ihre auseinanderbrechende Ehe, ihre sexuellen Eskapaden als Suche nach "mehr" (Geborgenheit und Halt) und ihre Unsicherheit und Angst, ob sie Edi auf ihrem letzten Weg die richtige Hilfe sein wird. - Eine sehr anrührende Erzählung, wie sich ihre Nächsten um eine Sterbende bemühen, mit viel Liebe und Zusammenhalt (fast zu schön, um wahr zu sein). Mut machend, sich auf eine solche Herausforderung einzulassen und so auch dem Leben noch ein Stück näher zu kommen. Gern empfohlen, breit einsetzbar.
Elisabeth Bachthaler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Und wir tanzen, und wir fallen
Catherine Newman ; aus dem amerikanischen Englisch von Alexandra Baisch
Piper (2023)
316 Seiten
fest geb.