Jahr um Jahr um Jahr um Jahr
Der australische Autor Michael Thompson hat einen liebenswerten Roman um ein Gedankenexperiment gestrickt: Wie geht man damit um, wenn man jedes Jahr aufs Neue von allen anderen Mitmenschen vergessen wird? Was bleibt, wenn man als Person immer wieder
im kollektiven Gedächtnis ausgelöscht wird und was muss man tun, um trotzdem an der Gesellschaft teilnehmen zu können? Wir begleiten den sympathischen Protagonisten Tommy in diesem ungewöhnlichen Roman von seinem ersten Geburtstag an, als seine Eltern plötzlich nicht mehr wissen, dass er ihr Kind ist. Er wächst demzufolge in einem Waisenhaus auf, wo er als Teenager die Liebe seines Lebens kennenlernt, die er aber aus den Augen verliert. Viele Jahre vergehen, in denen er lernen muss, wie er das Universum überlisten kann, um sich eine permanente Existenz aufzubauen. Trotz kleiner Längen ist es spannend, den Lebensweg des jungen Mannes zu verfolgen und mitzufiebern, ob er seine große Liebe wiedersehen wird. Am Ende geht natürlich alles gut aus.
Franziska Knogl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Jahr um Jahr um Jahr um Jahr
Michael Thompson ; aus dem australischen Englisch von Anja Mehrmann
Piper (2025)
416 Seiten
fest geb.