Die Liebe
Der französische Autor Francois Bégaudeau entfaltet in seinem knapp hundert Seiten kurzen Roman den Lebenslauf von Jeanne, beginnend mit ihrer ersten Verliebtheit in den Basketballer Pietro, dem sie beim Putzen der Sporthalle begegnet. Doch ein anderer
Mann wird für ihr Leben bedeutend: Jacques, der Sohn des Maurers Moreau, der das Hotel renoviert, in dem sie arbeitet, und der ihr schöne Augen macht. Erst knapp ein Jahr später sehen sie sich zufällig wieder. Und ab da geht es schnell voran im Roman. Zwei gemeinsame Lebensläufe werden in aller Kürze entwickelt, doch mit ihren Höhen und Tiefen in detailreicher Fülle abgebildet. Auch je ein Seitensprung (auf beiden Seiten gebeichtet) bestärkt das Wissen, jeweils für den anderen die Liebe des Lebens zu sein. Interessante Skalen verdeutlichen die Zeitläufte: Automarken der frühen Siebzigerjahre, Kalendereinträge, wechselnde Kommunikationsmittel vom Festnetztelefon über den Blackberry zum Smartphone. – Ein berührendes Buch über ein Paar, das beschließt, bis zum Ende zusammen zu bleiben.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Liebe
François Bégaudeau ; Übersetzung aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Piper (2025)
103 Seiten
fest geb.