Wir dachten, das Leben kommt noch

Die BBC-Journalistin Gwen soll in einem Buchprojekt über die Frauen berichten, die während des Zweiten Weltkriegs für den britischen Geheimdienst in Frankreich als SOE-Agentinnen (Special Operations Executive) eingesetzt worden sind. Während ihrer Wir dachten, das Leben kommt noch Recherchen, die Gwen auch tief in ihre eigene Familiengeschichte führen, stößt sie auf Pat Conway, die Informationen über die SOE-Agentinnen haben soll. Pat weigert sich zunächst, Gwen zu unterstützen, waren sie und ihre Schwester doch selbst 1942 unter Lebensgefahr in Frankreich für die SOE tätig. Schließlich überwindet sich Pat und erzählt ihre packende und sie lange traumatisierende Geschichte. – Die renommierte Verlegerin Elisabeth Sandmann legt hier nach ihrem Erstlingserfolg "Porträt auf grüner Wandfarbe" (BP/mp 23/1020) ihren zweiten Roman vor, der ebenfalls das Zeug zu einem Bestseller hat. Es gelingt ihr wieder, ein schwieriges Thema in einen trotz zweier Zeitebenen leicht lesbaren Unterhaltungsroman mit Tiefgang zu packen. Die mutigen Agentinnen wurden nach Ende des Kriegs von einer patriarchalen Gesellschaft vergessen und wieder zurück in das typische weibliche Rollenschema des 20. Jh. gepresst, ein Schicksal, das sie mit Millionen anderer Frauen gerade in West- und Mitteleuropa teilten, die nach dem Krieg, in dem viele "ihren Mann standen", wieder ins zweite Familienglied rücken mussten. – Ein empfehlenswerter Roman, dem man viele Leserinnen und Leser (!) wünscht.

Michael Sanetra

Michael Sanetra

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wir dachten, das Leben kommt noch

Wir dachten, das Leben kommt noch

Elisabeth Sandmann
Piper (2025)

382 Seiten : Illustration (farbig), Karte
fest geb.

MedienNr.: 755107
ISBN 978-3-492-07367-7
9783492073677
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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