Alte Wut

Die bekannte Moderatorin Caro Matzko setzt sich auf einer autobiografischen Ebene mit dem Thema "transgenerationale Traumata" auseinander. Tiefgreifende seelische Verwundungen werden unbewusst an die nachfolgende Generation weitergegeben. Matzkos Vater Alte Wut musste als Zehnjähriger im Winter 1945 vor der heranrückenden Sowjetarmee aus Ostpreußen in Richtung Westen fliehen. Bis heute verklärt er seine Kindheit im familieneigenen Hotel in Osteroda. Seine Erlebnisse und die daraus entstandene untergründige Wut prägten das Familienleben in Ulm und die Kindheit und Jugend von Caro Matzko. Nach vielen Therapiestunden und viel einschlägiger Fachlektüre entschließt sie sich mit ihrer Familie, Ehemann, Tochter und Hund, auf der Fluchtroute ihres Vaters ins heutige Polen zu reisen. Ohne Vertriebenenromantik und ohne sich selbst zu schonen, beschreibt sie ausführlich, wie die Traumata ihres Vaters in ihr fortleben und ihre mentale Gesundheit beeinträchtigen. Nebenbei ist ihr auch noch ein sehr witziges, etwas verrücktes "Roadmovie" gelungen über die Familienreise in den "wilden Osten". – Gerne empfohlen!

Marion Sedelmayer

Marion Sedelmayer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Alte Wut

Alte Wut

Caro Matzko
Piper (2025)

219 Seiten : Illustrationen (farbig), Karte
fest geb.

MedienNr.: 755324
ISBN 978-3-492-07372-1
9783492073721
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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