Standing Ovations

Der renommierte Theaterkritiker Alex ist mit seiner Kollegin Soph beim berühmten Fringe-Festival in Edinburgh, um Kritiken über die Events für ihre Zeitung zu schreiben. Er verreißt in seiner Zeitung den Auftritt der jungen Performerin und Aktivistin Standing Ovations Haley Sinclair. Dennoch verbringt er, ohne es ihr zu sagen, die Premierennacht mit ihr. Als Haley das am nächsten Tag erfährt, beschließt sie, diesen Verrat in einer eigenen Bühnenshow publik zu machen und nicht nur Alex, sondern alle Männer, die Frauen niederträchtig behandeln, aufs Korn zu nehmen. Die Show wird ein Riesenerfolg und Alex zur landesweiten Hassfigur für alle Frauen. Auch Soph reflektiert das Verhalten des Kollegen, mit dem sie gut befreundet ist. Doch dann erfährt sie, dass auch ihr eigener Ehemann Josh sie betrogen hat. Dann kommt es zum finalen Schlagabtausch zwischen Haley und Alex, der von dieser in ihre Show eingeladen wird. – Mit viel subtilem Humor und leiser Ironie beschreibt Charlotte Runcie nicht nur das komplexe Verhältnis von Künstlern und Kritikern. Es geht auch um das Thema sexuelle Übergriffe, die "Me Too-Bewegung", ja, um die Beziehung Mann-Frau überhaupt, aber auch um die zwiespältige Macht der Medien, Wahrheit und Fake. Ein wunderbarer Debütroman einer Autorin, die als Kulturkolumnistin und Kritikerin beim "Daily Telegraph" sehr wohl weiß, wovon sie in ihrem Buch erzählt.

Günter Bielemeier

Günter Bielemeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Standing Ovations

Standing Ovations

Charlotte Runcie ; aus dem Englischen von Katharina Martl
Piper (2025)

334 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 754932
ISBN 978-3-492-07402-5
9783492074025
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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