Verlorene der Zeiten
Rot und Blau stehen auf verschiedenen Seiten eines generationenübergreifenden Konfliktes, des großen „Time War“. „Nach ihrem Sieg steht Rot allein da … `Das hat Spaß gemacht‘, denkt sie … an den Fäden der Zeit hinaufklettern in die
Vergangenheit und dafür sorgen, dass niemand diese Schlacht überlebt, damit niemand die von ihrer Agentur eingerichteten Zukünfte verhindern kann, die Zukünfte … in denen Rot überhaupt existiert“. Damit beginnt der Science-Fiction-Zeitreiseroman von Amal El-Mohtar und Max Gladstone, bei dem jeder von beiden eine Perspektive der Protagonisten übernahm. Rot und Blau bezeichnen sich beide mit weiblichen Pronomen, doch es geht nicht um herkömmliche Kategorien von Weiblichkeit. Sind es Cyborgs, Göttinnen? Jedenfalls fühlt es sich sehr menschlich an, wie sie sich emotionale Briefe schreiben und sich ineinander verlieben. Es geht um Konflikt, Liebe und Widerstand. Die zentrale Aussage mag sein, dass Kämpfer auf beiden Seiten des Krieges mehr gemeinsam haben als Leute, die sicher zu Hause sitzen. Doch die poetische Verwirrung ist schwer zu verstehen, zudem fehlen direkte Spannung und verständliche Bilder. – Für experimentierfreudige Science-Fiction-Fans.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Verlorene der Zeiten
Amal El-Mohtar & Max Gladstone ; aus dem amerikanischen Englisch von Simon Weinert
Piper (2022)
188 Seiten
fest geb.