Märtyrer!
Nachdem Cyrus mit knapp dreißig dem Alkohol- und Drogensumpf entkommen ist, beginnt er, Gedichte zu schreiben und arbeitet an einem Buchprojekt über Märtyrer, weil er, wie er sagt, dem zufälligen Tod seiner Mutter irgendeine Bedeutung geben möchte.
Sie kam Ende der achtziger Jahre ums Leben, Cyrus war gerade erst geboren, als die US-Navy die Passagiermaschine abschoss, mit der sie von Teheran nach Dubai flog; sein Vater zog daraufhin in die Vereinigten Staaten. Als Cyrus von einer todkranken Künstlerin in New York hört, die sich in einem Museum den Fragen der Besucher:innen stellt, reist er zu ihr, in der Hoffnung, dadurch mit seinem Buchprojekt weiterzukommen. Die Begegnung stellt alles, was er über sein Leben wusste, auf den Kopf. – Der Roman erzählt von Cyrus‘ prekärem Leben als Dichter, blendet zurück in die Familiengeschichte und lässt außerdem andere Figuren zu Wort kommen, mal als Traumdialog, mal als andere Sicht auf Cyrus‘ Leben. – Poetisch und tiefgründig porträtiert Kaveh Akbar das Leben eines zerrissenen jungen Mannes auf der Suche nach Sinn und Heilung.
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Märtyrer!
Kaveh Akbar ; aus dem Englischen von Stefanie Jacobs
Rowohlt (2025)
399 Seiten
fest geb.
Auszeichnung: Roman des Monats