Gibt es alles oder nichts?
Warum etwas ist und nicht vielmehr nichts, ist eine der tiefsten und schwierigsten Fragen, nicht nur der Philosophie. Sie hängt mit der Frage nach Gott, mit Schöpfung und Urknall, mit dem Denken von Existenz und Zeit zusammen. Der US-amerikanische
Essayist Jim Holt nähert sich dem Geheimnis als philosophisch gut gerüsteter Detektiv. Er schlägt die Werke der Vorsokratiker, die das Nichts nicht kannten und die Schöpfung aus dem Chaos erklärten, ebenso geistreich auf wie die Bücher von Wittgenstein, Sartre und Heidegger. Er unterscheidet die Optimisten, die daran glauben, dass der Grund für die Existenz der Welt gefunden werden kann, von den Pessimisten, die eben an dem Erfolg dieser Suche zweifeln, und von den Verweigerern, die schon die Suche für sinnlos halten. Zugleich sucht er die führenden Vertreter dieser Denkfrage auf, Swinburne und Grünbaum. Gerade durch die Besuche bei diesen Denkern wird das Buch gut les- und sein Inhalt fassbar. Eine abenteuerliche Suche nach einem großen Rätsel der Menschheit, allen Beständen empfohlen.
Michael Braun
rezensiert für den Borromäusverein.
Gibt es alles oder nichts?
Jim Holt
Rowohlt (2014)
398 S.
fest geb.