Das deutsche Krokodil

Ijoma Mangold (Jg. 1971) ist ein profilierter deutscher Literaturkritiker. Früher arbeitete er für die SZ, seit einigen Jahren für die ZEIT. Auf den ersten Blick erscheint es etwas vermessen, wenn ein Mann unter 50 bereits ein autobiografisches Das deutsche Krokodil Buch vorlegt. Bei Mangold erklärt sich dies aus seiner Herkunft. Sein Vater ist ein nigerianischer Arzt, seine Mutter eine deutsche Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. Ijoma ist als "Mischlingskind" in Heidelberg geboren und aufgewachsen. Allein durch seine Hautfarbe und seine Haare ist er etwas Besonderes, aber genau deshalb wohl überidentifiziert er sich schon als Kind mit klassischen deutschen Tugenden. Nichts ist ihm als Schuljunge peinlicher als seine etwas unkonventionelle Mutter. Erst als Erwachsener besucht er seinen Vater in dessen Heimat und lernt dort seine afrikanische Verwandtschaft kennen. - Ein rundum lesenswertes, kluges Buch über Identität, alltäglichen Rassismus, schicksalhafte Wendungen im Leben und das Deutschsein, das streckenweise auch einer gewissen Komik nicht entbehrt. - Überall einsetzbar, durchaus auch für jugendliche Leser geeignet.

Marion Sedelmayer

Marion Sedelmayer

rezensiert für den Borromäusverein.

Das deutsche Krokodil

Das deutsche Krokodil

Ijoma Mangold
Rowohlt (2017)

342 S.
fest geb.

MedienNr.: 864371
ISBN 978-3-498-04468-8
9783498044688
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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