Never coming home
"Never coming home", das gilt zumindest für neun der zehn Protagonisten, die einer Einladung auf eine geheime Luxusinsel folgen. Zehn Menschen unter 21 Jahren mit hohen Followerzahlen aus unterschiedlichen Bereichen (Sportler, Superstar, Starkoch,
Umweltaktivistin, Gamerin, Beauty-Bloggerin usw.) wurden über das Netz anonym aufgefordert und dann zu einer kostenfreien Woche auf die Insel geflogen. In den social media ist das Interesse an dem Projekt "Unknown Island" riesengroß und die Eingeladenen fühlen sich sehr geehrt. Doch bei der Ankunft gibt es keinen Luxus und binnen 48 Stunden sind neun von zehn jungen Leuten ums Leben gekommen. Denn alle hüteten ein schreckliches Geheimnis und sollten deshalb sterben. Nur die junge Gamerin Celia Young überlebt und schlägt anschließend gehörig finanzielles Kapital aus der Geschichte. Ob sie auch Täterin und nicht nur Opfer ist, wie sie sich präsentiert in der Öffentlichkeit, bleibt offen. – Ein Thriller mit allzu vielen Gewalttaten, der aber auch als Kritik oder Satire an den sozialen Medien und das "Leben im Netz" gelesen werden kann. Trotzdem kann die Geschichte nicht auf ganzer Länge überzeugen. Nur bedingt empfohlen.
Karin Steinfeld-Bartelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Never coming home
Kate Williams ; aus dem Englischen von Bettina Münch
Rotfuchs (2023)
367 Seiten
fest geb.