Armut
Warum im reichsten Land der Welt so viel Armut vorhanden ist, analysiert der Soziologe und Pulitzer-Preisträger, unterstützt von zahlreichen Beispielen, in dieser faktenreichen Untersuchung. Er sieht die Ursachen für diese deprimierende Situation
u.a. im Niedergang der Gewerkschaften, in prekären Arbeitsverhältnissen, in der Wohnungsmisere und den eigenartigen Flächennutzungsplänen, in der Ausbeutung durch die Banken und Finanzdienstleister, im Rassismus und vor allem darin, dass Subventionierung von Reichtum wichtiger ist als die Bekämpfung von Armut. Um dies zu ändern, fordert er, Steuerschlupflöcher zu schließen, Gewerkschaften zu bilden, den sozialen Wohnungsbau auszuweiten, Klassen- und Rassentrennung zu beenden und die Integration zu stärken. – Das Buch mit den über 90 Seiten Anmerkungen ist ein sehr lesenswerter, fast wütender Appell an die amerikanische Politik, die Schieflage zu beenden.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Armut
Matthew Desmond ; aus dem Englischen von Jürgen Neubauer
Rowohlt Polaris (2024)
302 Seiten
kt.