Wenn die Nacht endet
Nach einer Party im Winter 1999 wird in dem kleinen Ort Skavböke in Halland im Südwesten Schwedens der 18-jährige Mikael Söderström erschlagen aufgefunden. Kurz zuvor hatte Mikaels Klassenkamerad Sander Eriksson eine heftige Auseinandersetzung
mit seinem besten Freund Kilian Persson. Der Täter oder die Täterin wird vergebens im Umfeld der Schüler:innen gesucht. Sander träumte als Abiturient davon, die Provinz hinter sich zu lassen, um in Stockholm Jura zu studieren, ist aber doch aufgrund der dramatischen Ereignisse in der Heimat geblieben. Auch die Ermittlerin Siri Bengtsson nimmt der Fall so mit, dass sie ihren Beruf an den Nagel hängt. 20 Jahre später werden die Wunden durch einen weiteren Mord wieder aufgerissen. - Christoffer Carlsson erhielt mit diesem Buch sowohl den skandinavischen als auch den schwedischen Preis für den besten Krimi des Jahres. Dieser Titel ist nicht so suggestiv wie seine Leo-Junker-Reihe (zul. "Zeit der Angst", BP/mp 19/100), punktet aber mit einer eindringlichen Schilderung der dünn besiedelten Gegend (die Heimat des Autors) und ihrer Bewohner:innen. Insbesondere die einfühlsamen Porträts der Heranwachsenden sind stimmig. Es ist nach „Was ans Licht kommt“, (BP/mp 22/969) der letzte Teil einer Trilogie, kann aber unabhängig davon gelesen werden. Für Fans nordischer Noir mit dem Schwerpunkt auf der Psychologie der Fälle eher als auf Polizeiarbeit gerne empfohlen.
Maria Holgersson
rezensiert für den Borromäusverein.
Wenn die Nacht endet
Christoffer Carlsson ; aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann
Rowohlt Taschenbuch Verlag (2025)
460 Seiten
kt.