Mein Hirn hat seinen eigenen Kopf
Der Neurowissenschaftler Chang zeigt in diesem Buch, dass das Gehirn die Realität mitunter ganz anders abbildet, als sie tatsächlich ist. Da wird aus blau weiß und der kürzere Strich erscheint länger. Die Erfahrung und die Erwartung, was da sein
sollte, spielen uns hier einen Streich. Ähnlich verhält es sich mit dem Phänomen, dass für die meisten Europäer alle Asiaten oder Afrikaner gleich aussehen. Auch die Sache mit einer eigenen Meinung ist manchmal nur eine Trugvorstellung. Chang erläutert leicht verständlich und in einem amüsanten und überaus unterhaltsamen Stil, warum wir oft nur denken, wir hätten unser Gehirn unter Kontrolle und würden unsere Entscheidungen ganz alleine treffen. In verschiedenen Tests kann der Leser erfahren, wie leicht sich die eigene Wahrnehmung täuschen lässt. Ein charmant geschriebenes Buch mit vielen "Aha"-Erlebnissen, das zu lesen einfach Spaß macht.
Nicole Schuster
rezensiert für den Borromäusverein.
Mein Hirn hat seinen eigenen Kopf
Dong-Seon Chang
Rowohlt Polaris (2016)
252 S : Ill.
kt.