Lola Bensky
Die Swinging Sixties in London und New York: Die 19-jährige Lola stürzt sich in dieses neue, moderne Lebensgefühl. Sie versucht sich als Reporterin und nähert sich ganz unkonventionell den Größen des Pop und Rock. Sie unterhält sich ungeniert
mit Mick Jagger, Jimi Hendrix oder Keith Moon. Dabei fühlt sie sich permanent zu dick und hält sich für unattraktiv. Sie schleppt die gesammelten Schuldgefühle der Kinder von Holocaust-Überlebenden mit sich herum. Lolas Eltern haben die Konzentrationslager überlebt und hegen ganz andere Erwartungen an ihre Tochter. - Lola Bensky ist keine neue Romanfigur von Lily Brett. Sie war auch schon in "Alles halb so schlimm" (BP 03/484) die Protagonistin und ist eigentlich das Alter Ego der Autorin, die selbst in einem DP-Lager in Feldafing zur Welt kam. Ihre Biografie entspricht weitgehend der von Lola. Lily Brett hat für ein australisches Rock-Magazin gearbeitet und ist - entgegen den Wünschen ihrer Eltern - nicht Anwältin geworden. Das Buch bezieht seine literarische Spannung aus der Konfrontation des federleichten Lebensgefühls der 60er Jahre mit den brutalen Erinnerungen an die Erlebnisse der Eltern von Lola Bensky in den Lagern. Ab mittleren Beständen. (Übers.: Brigitte Heinrich)
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Lola Bensky
Lily Brett
Suhrkamp (2012)
302 S.
fest geb.