Elephantinas Moskauer Jahre
Die junge Elephantina besucht in Kiew die Künstlerschule. Als sie dort Pomidor begegnet, einen Moskauer Künstler der Avantgarde, verliebt sie sich in ihn. Alle Träume für ihr Leben projiziert sie auf den Guru der Moskauer Szene. Nach dem Abschluss
der Schule bricht sie nach Moskau auf - unreflektiert, sehnsüchtig im Sinn des Wortes, wild und ungeschützt. Pomidor protegiert sie dort, beträgt sich ob seiner Ehe aber nicht wie ein Bräutigam, den sich Elephantina so ersehnt. - Die Autorin lässt Elephantina ihre Moskauer Geschichte auf schrille Art erzählen: in Andeutungen, mit Tempo, schräger und frecher Sprache mit ungewohnten Wortzusammenstellungen. Ebenso erscheinen die Personen und Begegnungen in der Künstlerszene, ihre Wohnorte und Aktionen. Das Buch gewinnt mit jeder Seite, weil es Stück für Stück die fremde Welt erschließt, ohne sie langweilig zu machen. Sehr zu empfehlen bei Lesern, die sich auf Ungewohntes einlassen wollen! (Übers.: Ingolf Hoppmann und Olga Kouvchinnikova)
Susanne Körber
rezensiert für den Borromäusverein.
Elephantinas Moskauer Jahre
Julia Kissina
Suhrkamp (2016)
233 S.
fest geb.