Am Ende der Straße

Der mehrfach ausgezeichnete ZEIT-Journalist verarbeitet in seinem Buch persönliche Erlebnisse in und mit Afghanistan. Die sog. Ring Road, ein kreisförmiges Netz von Fernstraßen durch das zentralasiatische Land, über 3.200 km lang, dient ihm erzählerisch Am Ende der Straße als roter Faden. Bauer trifft auf seiner mehrmonatigen Reise im Spätjahr 2021 viele Gesprächspartner, Orte und Verhältnisse wieder, die er bereits vor bis zu 15 Jahren kennengelernt hat. Seit Spätsommer 2021 regieren die Taliban wieder in Afghanistan. Die Reportagen des Buchs sind nach Wegmarken und Städten gegliedert und mit einigen Dutzend Fotos aussagekräftig bebildert. - Kein Zweifel, der Autor hegt viel Sympathie für Afghanistan. Was dankenswerterweise den professionell-kritischen Blick des Journalisten nicht trübt. Der Titel des Buchs und sein in dunklen Grautönen gehaltener Einband darf als Manifestation seines letztlich desillusionierenden Resümees gelten. Detailreich wird die Vergeblichkeit der Versuche von unzähligen Protagonisten aufgezeigt, Afghanistan zu einem halbwegs funktionierenden Staat nach westlichem Vorbild zu verwandeln. - Ein schmerzhaftes Werk, das viele Illusionen raubt und demütig stimmt hinsichtlich der Einflussmöglichkeiten der westlichen Welt auf das "Nation Building" gescheiterter Staaten. - Eine klare Leseempfehlung für alle an Politik und Zeitgeschichte Interessierten.

Theresa Schaffer

Theresa Schaffer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Am Ende der Straße

Am Ende der Straße

Wolfgang Bauer
Suhrkamp (2022)

395 Seiten : Illustrationen, Karte
fest geb.

MedienNr.: 612315
ISBN 978-3-518-43076-7
9783518430767
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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