Verdammt schönes Leben
Warum ist Lauras Freund bei ihrer besten Freundin? Und warum haben sich ihre Eltern getrennt und leben jetzt mit neuen Partnern zusammen? Im Moment ist für Laura alles zu viel, und nach einem Aufenthalt in der Jugendpsychiatrie will sie zu ihrem Vater
nach Italien. Sie lernt Guido und Walter kennen. Mit einem bekanntermaßen zwielichten Typen wetteifern sie um eine legendäre himmelblaue Vespa, die vielleicht sogar auf ihren Besitzer hört und fliegen kann. Zwar gewinnen sie das Rennen, aber als sie einen Carabiniere um die Ecke schaffen, sehen sie keine andere Möglichkeit, als mit der Vespa in den Himmel zu fliegen. - Traum, Drogenrausch oder Wirklichkeit? Die leicht durchgeknallte Erzählung könnte alles sein. Sexualität wird in unterschiedlichen Konstellationen ausprobiert, einige uralte Italien-Klischees ausgebreitet und kitschige Naturromantik wechselt sich mit ausführlichen Insider-Beschreibungen kleinster technischer Details einer Vespa ab. Auch wenn der gemeinsame Himmelsflug misslingt (alle drei überleben), mögen vielleicht einige Leserinnen die Hauptfigur verstehen. - In größeren Beständen findet die rasante Erzählung mit eigenwilligen Ideen dennoch ihr Publikum.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Verdammt schönes Leben
Christian Klippel
Thienemann (2016)
317 S. : Ill.
fest geb.