Schauplätze der Weltliteratur
Der Herausgeber John Sutherland teilt die 73 ausgewählten Werke in vier Epochen ein: Er beleuchtet zunächst die großen Romane des 19. Jh., beginnt die Moderne mit Thomas Manns „Zauberberg“, spannt das Nachkriegspanorama bis Fernando Pessoas
„Buch der Unruhe“ und befasst sich bei den zeitgenössischen Schauplätzen unter anderem mit Elena Ferrantes Neapel aus „Meine geniale Freundin“. Die englische Originalausgabe erschien 2018, die Auswahl der Werke hat ihren Schwerpunkt im englischsprachigen Raum. Es ist interessant zu sehen, welche Prioritäten der englische Herausgeber mit den drei ausgewählten deutschen Schauplätzen setzt: Zweimal ist Berlin vertreten, einmal mit Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ und zum anderen mit Peter Schneiders „Mauerspringer“. Letzterer lässt seinen Erzähler während des Kalten Krieges zwischen West- und Ostberlin pendeln. Der Roman „Heimsuchung“ der (Ost-)Berliner Autorin Jenny Erpenbeck spielt am Scharmützelsee in Brandenburg und thematisiert die Frage, ob man für eine Heimat ein Zuhause braucht. – Jeweils zwei Seiten Text beschreiben kurz Autor und Werk. Die Buchcovers der Erstausgaben, ergänzt durch Gemälde, Fotos, bunte Plakate und gezeichnete Pläne, illustrieren die Romane. Dieses Buch hebt Schauplätze aus dem reinen Hintergrund hervor und regt zum weiteren Lesen an. Empfehlenswert für literarisch interessierte Leser*innen und größere Bestände.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Schauplätze der Weltliteratur
herausgegeben von John Sutherland ; aus dem Englischen von Andreas Schiffmann und [einem weiteren]
wbg Theiss (2025)
256 Seiten : zahlreiche Illustrationen (überwiegend farbig), Karten
fest geb.