Sieben Tiere schlagen zurück

Der niederländische Polarforscher Willem Barents (um 1550-1597) gilt als einer der bedeutendsten Entdecker des 16. Jh., doch scheiterte er, nach der Entdeckung Spitzbergens, bei der Suche nach der Nordostpassage. Barents wurde auf der Insel Terschelling Sieben Tiere schlagen zurück im Dorf Formerum geboren, wo auch der niederländische Autor in seiner Kindheit viele Urlaube mit der Familie verbrachte. So war es naheliegend, dem großen Forscher zu folgen, den historischen Kontext zu skizzieren und daraus eine literarische Reportage zu gestalten. Dabei stellt er weniger die Menschen in den Vordergrund, sondern in sieben Kapiteln sieben Tiere, nämlich den Narwal mit seinem einzigartigen Stoßzahn, den Lemming, den Aal, die Ringelgans, den Eisbären, das Rentier und die Königskrabbe, die er alle ausführlich beschreibt. Ein wichtiges Vorbild dabei waren für Westerman die alten Bestiarien, die er neben (Log-)Büchern, Grafiken, Gerichtsprotokollen, Filmen, Webseiten und Informationen aus zahlreichen Gesprächen für sein Werk verwendete. Dabei geht er auch auf die seit 2023 mit speziellen Schiffen ganzjährig befahrbare Nordostpassage, die sogenannte Arktische Seidenstraße, und die Folgen der Klimaerwärmung und der Eisschmelze ein. – Der gut lesbare Text, der leider nur ganz wenige Illustrationen enthält, wird besonders bei Naturfreunden und Liebhabern von Reiseberichten auf Interesse stoßen.

Michael Mücke

Michael Mücke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Sieben Tiere schlagen zurück

Sieben Tiere schlagen zurück

Frank Westerman ; aus dem Niederländischen von Gerd Buse
wbg Theiss (2025)

288 Seiten : Karten
fest geb.

MedienNr.: 623112
ISBN 978-3-534-61130-0
9783534611300
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Na
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