Palo Santo
Hedi und Golo leben und arbeiten im 21. Jh. in Berlin, beide in der Medienbranche. Sie fühlen sich immer unwohler, empfinden die Zeiten als düster, den Rechtsruck in der Gesellschaft und die aufziehende Kriegsgefahr bedrohlich. Da entwickelt sich
der Traum, nach Los Angeles, dem Zentrum der Filmbranche, auszuwandern. Knapp hundert Jahre zuvor sah sich Billy Wilder ebenfalls genötigt, sein Berlin angesichts des aufziehenden Faschismus zu verlassen und in den USA sein Glück zu suchen. Beinahe ein Jahrhundert liegt zwischen den Ereignissen, doch zeigen sich zahlreiche Parallelen. Alle drei tauchen ein in die faszinierende Glitzerwelt Hollywoods, die allzu oft doch nur Fassade ist. Auf surreale Weise verweben sich die Leben der drei zwischen Fiktion und Realität. Und am Ende liegt die Welt diesseits wie jenseits des Ozeans in Trümmern. – Ein dystopisch anmutender Roman mit reicher Sprache, doch manchmal auch schwierig zu verfolgen. Eine gute Ergänzung ab mittleren Beständen.
Dorothee Rensen
rezensiert für den Borromäusverein.
Palo Santo
Sascha Ehlert
claassen (2025)
228 Seiten
fest geb.