Wellenkinder

Zunächst scheint die drei Menschen nichts zu verbinden - Margit, die auf der Flucht im Zweiten Weltkrieg, selbst noch Kind, ein Baby aus den Armen einer Frau reißt, die von Bord des Fluchtschiffes springt; Oda, die in den 70er Jahren erfolglos die Wellenkinder Flucht aus der DDR über die Ostsee antritt, im Gefängnis landet, dort ein Kind gebiert, das ihr sofort entrissen wird; Jan, dessen Mutter vor 30 Jahren verschwand, und der in der Jetztzeit um die Liebe seiner Frau und seines Sohnes kämpft. Abwechselnd erzählt die Autorin von diesen drei Personen, deren Schicksale eng miteinander verbunden sind. Es war Margit, die Odas Baby Jan adoptiert hatte, aber nie von den Umständen seiner Geburt erzählte. Sie war eine liebevolle Mutter. dennoch klafft in der Seele ihres Adoptivsohnes eine Lücke. Die schließt sich erst, als Jan die wahren Umstände seiner Geburt und Adoption kennenlernt und mit seiner Mutter Oda Frieden schließen kann. Es ist der Autorin gelungen, das Schicksal ihrer Protagonisten spannend miteinander zu verweben. Dabei zeichnet sie ganz großes Gefühlskino, bis hin zu manchmal übertriebenem Pathos. Wer sich daran nicht stört, kann hautnah erleben, wie die Brutalität eines autoritären Staates die Seele eines Menschen zerstört und Liebe diese Seele wieder heilen kann.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wellenkinder

Wellenkinder

Liv Marie Bahrow
Ullstein (2023)

413 Seiten
kt.

MedienNr.: 617625
ISBN 978-3-548-06869-5
9783548068695
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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