Säuferkind

70er Jahre: Cornelia Hoppe (Pseudonym) erlebt von klein auf einen bitteren und armseligen Alltag in der Amüsiermeile Sankt Pauli, ihrem Geburtsort. In der kärglichen Wohnung herrscht stickige Luft, weil Mutter und Vater Kette rauchen; keine Dusche, Säuferkind keine Wanne, keine Heizung! Aber Schimmel an den Wänden und schrottreife Möbel! Während sich die Brüder ein Zimmer teilen, schläft die Tochter im Elternzimmer. Verantwortung Fehlanzeige! Die Eltern interessierte nur das Abtauchen in den Rausch und Versöhnungssex. Connis Spielplatz sind triste Trinkerkneipen mit zwielichtigen Gestalten. Einerseits schämt sie sich für ihre Eltern, andererseits sorgt und kümmert sie sich um diese – typisch für das Verhalten einer Co-Abhängigen. Authentisch schildert die erwachsene Autorin ihre kindliche Hilflosigkeit, ihren Überlebenswillen und die Kompensationsmechanismen als Säuferkind. In der Ehe mit einem erfolgreichen Banker scheint sie schließlich das Glück gefunden zu haben. Als sie merkt, dass auch ihr Mann trinkt, beginnt der Teufelskreis von vorn. Um die Kinder vor Co-Abhängigkeit zu bewahren, wagt sie die Flucht in die Selbständigkeit. – Diese biographische Erzählung schildert eindringlich die Auswirkungen der Superdroge Alkohol auf Betroffene und ihre Familien und erteilt Auskunft über Hilfsangebote. Ein schonungsloser Bericht, der gleichzeitig Mut macht und den Beweis der Überwindung liefert. Für alle Bestände geeignet.

Gudrun Schüler

Gudrun Schüler

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Säuferkind

Säuferkind

Cornelia Hoppe, Wigbert Löer
Ullstein (2024)

270 Seiten
kt.

MedienNr.: 620859
ISBN 978-3-548-06995-1
9783548069951
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
Diesen Titel bei der ekz kaufen.