Die Schanze
Das Buch geht im Prolog gleich mitreißend los, als ein Mann, dessen Name hier noch nicht bekannt wird, von seinem Mörder gefoltert und am Ende dann mit Stromstößen auf das obere Ende eine Sprungschanze getrieben, dort an ein Seil gehängt und hinuntergestoßen
wird, was er natürlich nicht überlebt. Mit dem ersten Kapitel beginnt ein neuer Handlungsstrang. Hier entschließt sich die Ärztin Ellen nach negativen und schmerzhaften Erlebnissen umzuziehen und in ihrem früheren Heimatort, in dem sie geboren wurde, eine Hausarztpraxis zu übernehmen. Immer wieder kommt sie auf Gedanken und Erinnerungen an ein Geschehen, das sie vor Jahren aus ihrer Heimat vertrieben hat und das sie gedanklich überwinden will. Die Praxis ist ziemlich heruntergekommen und zwingt sie, sich um Renovierungen zu bemühen. Nach und nach wird klar, dass der im Prolog Ermordete und, wie der Mörder auch unterstrich, damit Bestrafte, mit der Vergangenheit von Ellen zu tun hatte. Der grausame Fund, mit dem Ellen als Ärztin in Berührung kommt, reißt ihre alten psychischen Wunden wieder auf. Sie realisiert, dass irgendwann jemand darauf kommt, dass sie ein starkes Motiv für diesen Mord gehabt hätte ... – Der Thriller ist so spannend, dass man ihn am liebsten nicht mehr aus der Hand legen würde, wenn man angefangen hat, ihn zu lesen.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Schanze
Lars Menz
Ullstein (2025)
301 Seiten : Illustrationen
kt.