Mord im Museum
Molly ist am Boden zerstört, ihr Bräutigam hat sie am Tag der Hochzeit vor der Kirche stehen lassen. Da kommt die Erbschaft der ihr bis dato unbekannten Großtanten gerade recht: Ein Haus in Cornwall in einem beschaulichen Ort. Das Haus beherbergt
ein Krimimuseum. Glanzstück ist eine lebensgroße Wachsfigur von Miss Marple. Molly lernt nach und nach die Dorfbewohner:innen kennen – ein seltsames, aber liebenswertes Völkchen. Jeder hat so seine Eigenarten. Aber Molly stellt fest, dass sie sehr gut hierhin passt, bis sie über die erste Leiche stolpert. Es stellt sich heraus, dass der von ihren Tanten gegründete Strickclub in Wirklichkeit ein Detektiv-Klub ist, in dem sich die vier Mitglieder trafen, um kriminalistische Rätsel zu lösen. Kurzerhand gibt es eine Neuauflage des Clubs und es kommt die Frage auf, ob der tödliche Autounfall ihrer Tanten wirklich ein Unfall war. Gemeinsam mit dem backenden Bestatter, dessen Beagle Flambeau und der Briefträgerin geht sie auf Mörderjagd. – Molly macht einen Neubeginn, versucht einen Liebesroman zu schreiben und stolpert quasi in ihren eigenen Krimi. Das Buch ist kurzweilig, flüssig zu lesen und es schwingt immer etwas Humor mit. Die seichte Spannung bleibt größtenteils erhalten. Die Auflösung kann man zwar schon erahnen, was aber nicht schlimm ist. Der heimliche Star ist auf jeden Fall Beagle Flambeau. Wenn man die Beschreibung des Hauses liest, möchte man am liebsten hinfahren, sich das Krimi-Museum anschauen und die Dorfbewohner:innen kennenlernen. – Für alle Büchereien sehr zu empfehlen, vor allem für Liebhaber:innen von heiteren Krimis und für Fans von Agatha Christie.
Melanie Bremer
rezensiert für den Borromäusverein.
Mord im Museum
Katharina Schendel
Ullstein (2026)
303 Seiten : Illustrationen
kt.