Die Canterbury-Schwestern
"Es ist besser, gut zu reisen als anzukommen", besagt ein altes Sprichwort von Buddha. Das muss Che jedoch erst herausfinden, denn sie begibt sich gezwungenermaßen auf eine Pilgerreise nach Canterbury, um den letzten Wunsch ihrer verstorbenen Mutter
Diana zu erfüllen. Die Asche ihrer Mutter im Handgepäck begibt sie sich auf Chaucers Pilgerspuren in die Hände von acht unterschiedlichen Frauen, in einer Gruppe, die sich "Reiseweiber" nennt. Auf der Reise erzählen sich die Frauen in alter Chaucer-Tradition ihre verrückten und durchgeknallten Lebensgeschichten, aber auch Geschichten über Liebe. Zu allem Überfluss hat Che ihr Handy vor Beginn der Reise verloren, aber auch so steht ihr Leben momentan Kopf. Von ihrem Lebensgefährten Ned für eine andere Frau verlassen, und nach dem Tod der Mutter ohne Familie und Aufgabe, findet Che wieder neuen Lebenssinn und Mut in - wer hätte das gedacht - den Lebensgeschichten ihrer Mitreisenden. Ob die Pilgerreise für Che zur Selbstfindungsreise wird, bleibt ebenso wie die Frage, wer der mysteriöse Handy-Dieb ist, bis zum Ende offen. Eine witzig durchgeknallte Reisegeschichte einer Frau in der Midlifecrisis, die durch Humor aber auch durch Lebensweisheiten besticht. Für alle Bestände zu empfehlen. (Übers.: Elfriede Peschel)
Cornelia Braun
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Canterbury-Schwestern
Kim Wright
Ullstein (2016)
Ullstein-Taschenbuch ; 28786
377 S. : Kt.
kt.