Hitlers erster Krieg

Der Historiker Th. Weber überprüft anhand neu ausgewerteter Quellen die Rolle Hitlers im 1. Weltkrieg sowie den Einfluss dieses Krieges auf dessen politische Entwicklung und die bereits ab 1920 einsetzende Mythisierung seiner soldatischen Erfahrung. Hitlers erster Krieg Dabei wird die Prägung Hitlers durch seine Kriegserlebnisse - meist aus den Berichten seiner Kameraden und späterer Parteigenossen, durch Selbstaussagen und auch aus den Aufzeichnungen seines Regiments gefolgert - neu gedeutet. Durch die sorgfältige Überprüfung der Geschichte des Regiments "List", der Einheit Hitlers, insbesondere durch das Vergleichen mehrerer Quellen (Briefe, Tagebücher, Gefechtsberichte) erarbeitet der Autor ein neues differenziertes Bild des Weltkriegsgefreiten. Nach Webers umfangreichen Forschungen ist Hitler nicht der tapfere Frontsoldat mit reicher Kampferprobung gewesen, sondern nur einer der Meldegänger, weit hinter der Front. Trotz eigenwilliger und zugespitzt formulierter Ansichten (z. B. Gründe für Hitlers Radikalisierung, Definition der "Weimarer Brutalität") stellt das breit angelegte, gut lesbare Buch einen wichtigen Beitrag zur Hitlerforschung dar. - Für kritische, geschichtlich interessierte Leser sehr zu empfehlen!

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Hitlers erster Krieg

Hitlers erster Krieg

Thomas Weber
Propyläen (2011)

585 S. : Ill., graph. Darst.
fest geb.

MedienNr.: 344874
ISBN 978-3-549-07405-3
9783549074053
ca. 24,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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