Keinheimisch
Der Autor (geboren 1987, zuletzt "Birobidschan", BP/mp 23/995) setzt sich im aktuellen Titel v.a. mit den Fragen, wie es ist, in Israel als Nachfahre verfolgter Juden geboren und aufgewachsen, wo man heutzutage als Jude heimisch sein kann (er lebt
in Berlin) und wachsendem Antisemitismus auseinander. Er versucht, seine Vorstellung von jüdischer Identität zu beschreiben, etwa in Relation zu Zionismus, israelischem Nationalismus und den Gefahren durch gewalttätige Siedler im Westjordanland. Das führt auch zu den Folgen des Krieges in Nahost für die deutsche Erinnerungskultur. Gewidmet ist sein Essay den toten Kindern in Gaza. – Der nachdenkliche und auf hohem Niveau geschriebene Text kann in ausgebauten Beständen Interesse finden und eingesetzt werden.
Michael Müller
rezensiert für den Borromäusverein.
Keinheimisch
Tomer Dotan-Dreyfus
Propyläen (2025)
239 Seiten
fest geb.