Das zerstörte Leben des Wes Trench
Wes Trench ist der Sohn eines Shrimpfischers im Bayou. Er ist von klein auf an harte Arbeit auf See gewöhnt. Er und sein Vater leiden schwer daran, dass die Mutter beim Hurrikan ums Leben kam, und kommen deshalb nicht gut miteinander aus. Wes heuert
beim verschrobenen und einarmigen Lindquist an. Der saisonale Fang fällt kläglich aus; viele gehen weg und suchen andere Jobs. Dagegen kehrt Brady Grimes heim; im Auftrag der Ölgesellschaft soll er die geschädigten Fischer abfinden. Die Brüder Troup verschaffen sich ein Einkommen durch illegalen Marihuana-Anbau auf einer der Sumpfinseln. Was wiederum die zwei Kleinganoven Hanson und Cosgrove anlockt. Es kommt zu einem Showdown in den Sümpfen, als die beiden die Drogenplantage abräumen wollen und gleichzeitig Wes Lindquist auf einer Schatzsuche im selben Raum begleitet. - Schon das Cover mit der wuchernden Natur in Form eines alten Stiches macht deutlich, dass das Leben in der Region unweit von New Orleans wenig mit den üblichen Vorstellungen von einer Meeresküste zu tun hat. Die Fischer sind eine verschworene Gemeinschaft, die deutlich noch von den französischen Wurzeln geprägt ist, in der Sprache, in der Musik, in der Küche und den Lebensgewohnheiten. Diese Gemeinschaft gerät durch Sturm und vor allem die Ölpest ins Wanken. Hoffnungslosigkeit liegt in der Luft. Der Roman zeigt eine Welt jenseits vom Fernweh der Tourismus-Hochglanzprospekte. (Übers.: Peter Torberg)
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das zerstörte Leben des Wes Trench
Tom Cooper
Ullstein (2016)
382 S.
fest geb.