Die Kündigung
Kannstatt, erfolgreicher Manager, erhält unerwartet seine Kündigung. Damit wird auch das Ende seiner Ehe eingeleitet, und Kannstadt fragt sich, wer er eigentlich ist. Was macht ihn, Simon Kannstatt aus? Ängstlich bewegt er sich weiterhin auf vertrautem
Terrain, also vor allem auf Flughäfen. Ziellos und hilflos. Doch seine Träume und Sehnsüchte holen ihn ein und mit ihnen die vom Rock'n Roll begeisterten Traumgestalten Python und Patti, die ihn auf den richtigen Weg bringen wollen. Eine neue Geschäftsidee scheint die Rettung zu sein: eine Ausstellung in einem Flughafen, die den Menschen die Augen öffnet für das Wesentliche. Kannstatts Suchbewegungen in die Phantasie und zurück in die Realität werden humorvoll und in einprägsamen Bildern geschildert, wobei die Brüchigkeit der Handlung dem Innenleben der Hauptfigur entspricht. Allerdings beginnt sich die interessante Geschichte irgendwann um sich selbst zu drehen und es fehlen neue Aspekte. Die neben Kannstatt auftauchenden Charaktere sind nur kurz skizziert und bleiben auf Kannstatt ausgerichtete Randfiguren. Für an anspruchsvoller Literatur Interessierte in größeren Beständen.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Kündigung
Hubertus Meyer-Burckhardt
Ullstein (2011)
155 S.
fest geb.