Atmosphere
Joan liebt die Sterne. Diese Liebe ist so groß, dass sie Anfang der 80er Jahre als eine der ersten Frauen überhaupt Astronautin wird. Ihre Faszination für das Weltall, aber auch für die Erde, ist dabei auf jeder Seite des Romans spürbar. Spannend
wird die Erzählung durch ein Unglück, das bereits im Prolog angeschnitten wird und dem sich in Form von Rückblenden immer mehr angenähert wird. Dieser actionreiche Teil bildet allerdings nicht das Herz der Geschichte. Vielmehr ziehen sich die Themen Sehnsucht, Familie und die Suche nach dem eigenen Vermächtnis durch den ganzen Roman, der vor allem von den gut ausgearbeiteten starken Charakteren und ihren Beziehungen untereinander getragen wird. Diese emotionale Tiefe ermöglicht es, eine komplizierte Schwesternbeziehung differenziert auszugestalten. Darüber hinaus wird sehr eindrücklich der Konkurrenzkampf unter Frauen und zwischen den Geschlechtern dargestellt, der Anfang der 80er Jahre in einer männerdominierten Welt und Arbeitsumgebung unumgänglich ist. Joan bildet in dem vollgepackten Buch dabei immer den Ruhepol in der Mitte des Sturms und ihre Perspektive auf die Dinge macht den Roman zu einer echten Bereicherung und Leseempfehlung. – Dieses Buch ist für eine breite Zielgruppe empfehlenswert; egal ob man nach einer tiefgründigen Liebesgeschichte, einem Roman, der zum Nachdenken anregt, oder nach einer eingängigen, spannenden Erzählung sucht, wird man hier auf seine Kosten kommen.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Atmosphere
Taylor Jenkins Reid ; aus dem Amerikanischen von Babette Schröder
Ullstein (2025)
413 Seiten
fest geb.