Das ist dein Augenblick
Freke will sich von der älteren Schwester abgrenzen, will Ernsthaftes für die Schülerzeitung schreiben und arbeitet an einer Reportage über die Fußballfamilie Golt. Milan, deren fußballbegeisterter Sohn eines fußballverrückten Vaters wird ins
Förderzentrum von Ajax Amsterdam eingeladen. So scheint sich der Traum des Vaters, der wegen einer Verletzung früh seine Karriere beenden musste, einen Profi-Stürmer in der Familie zu haben, zu erfüllen. Doch Milan geht einen anderen Weg. - Das Buch ist aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wobei v.a. die Entwicklung des Jungen im Vordergrund steht. Ihm gelingt es tatsächlich, sich vom Vater zu emanzipieren, der verbissen seine eigenen Pläne im Sohn verwirklichen will. Die Emanzipationsgeschichte der weibl. Hauptperson beginnt zwar vielversprechend, wird aber von der Autorin ganz offensichtlich vernachlässigt und verläuft im Sande. Ist es eine Unterstellung, zu vermuten, dass die Handlung aus männlicher und weiblicher Sicht zu erzählen das Ziel hat, auch beide Seiten als Leser zu gewinnen? Ob das aber funktioniert? - Im EM-Jahr in Büchereien ab mittleren Beständen ein Versuch wert.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Das ist dein Augenblick
Corien Botman
Carlsen (2012)
Carlsen ; 1000
238 S.
kt.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12