Der kleine Mann und Gott

Der kleine Mann begegnet einem Wesen, das sich als Gott vorstellt. Sie verbringen einen Tag miteinander, erzählen sich gegenseitig von ihren Vorstellungen, bewundern die Kenntnisse und Fähigkeiten des anderen und gehen abends auseinander (Gottmann Der kleine Mann und Gott geht zu seiner Gottfrau), wobei sie feststellen, dass sich jeder verändert hat. Die Illustration erzählt noch sehr viel mehr. Das Wesen, das sich Gott nennt (nicht der Gott, sondern ein Gott) erscheint als eher unförmiges, unbestimmtes Etwas, umgeben von einem Leuchten. Es kann sich verwandeln, auch Angst einflößen. Es hat Fähigkeiten, die der kleine Mann bewundert und strebt nach dem, was sein Gegenüber kann. Das Leuchten umfasst am Ende beide und umgibt auch nach der Trennung weiter den Menschen. - Bilder respektive Vorstellungen von Gott gibt es wohl so viele, wie es Menschen gibt. Dieses Bilderbuch lädt ein, sich über die eigene Gottesvorstellung auszutauschen. Sicher ist hier kein christliches Gottesbild dargestellt, aber die Art und Weise, wie sich Gott und Mensch begegnen, ist doch beispielhaft für den Umgang mit dem Anderen: im Dialog, die andere Seite respektierend, um dann bereichert (und verändert!) in den eigenen Alltag zurückzukehren. - Kein explizit religiöses Buch, keine einfache Geschichte, keine eingängige Illustration, dafür ein Buch, an dem sich Erwachsene reiben werden: ein Bilderbuch also, dessen Anschaffung sorgfältig geprüft werden sollte und sicher für ein kleines Publikum eine Bereicherung sein kann.

Astrid Frey

Astrid Frey

rezensiert für den Borromäusverein.

Der kleine Mann und Gott

Der kleine Mann und Gott

Kitty Crowther
Carlsen (2012)

[22] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 356358
ISBN 978-3-551-51770-8
9783551517708
ca. 12,90 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 6
Systematik: KK
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