Willkommen in meinem Leben
Dad will, dass seine heranwachsende Tochter ein Star wird. Deshalb soll sie sich auf ein Casting für eine Fernsehsendung vorbereiten, obwohl Kass überhaupt nicht singen kann. Und das Mädchen traut sich nicht, ihrem Vater zu widersprechen, oder sich
ihm ernsthaft zu widersetzen, weil dieser sonst wieder depressiv werden könnte. Und das gilt es unbedingt zu vermeiden. Aber hier liegt nicht die einzige Komplikation für Kass: Die Mutter entschuldigt ihre ständige Abwesenheit mit ihrer anstrengenden Arbeit, der Bruder zieht sich in sein Zimmer zurück, doch Kass versucht, sich vernünftiger zu verhalten, als eigentlich möglich ist. Mit großem Humor, aber dennoch wirklichem Ernst, stellt die Autorin absolut absurde Situationen der komplizierten Familienkonstellation dar. Da ist auf der einen Seite der Vater, der sich darauf versteift, eine Tochter zu haben, die ein Star sein wird, die Mutter, die sich vernachlässigt fühlt und anderweitig Zuneigung sucht, der kleine Bruder, der sich von allen unbeachtet seine Wünsche auf nicht legale Weise erfüllt, und natürlich Kass, die nicht nur mit ihrem komplizierten Vater zurechtkommen will, sondern auch noch in der Schule, mit dem Erwachsenwerden, ihren Freundinnen und nun auch den Jungen. Kass ist eine wirkliche Heldin, so wie sie es schafft, alles unter einen Hut zu bringen, ohne dabei auf sich selbst zu vergessen. - Spannend, humorvoll, aufschlussreich, sprachgewandt und einfühlsam, ein Genuss in jeder Beziehung.
Lili Aignesberger
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Willkommen in meinem Leben
Emily Gale
Chicken House (2011)
348 S.
fest geb.