Ein Traum und zwei Füße
In einer kleinen Stadt in South Carolina wünscht sich Casey Ende der 50er Jahre nichts sehnlicher, als professionell tanzen zu dürfen. Doch nach dem Tod ihres Vaters fehlt der Familie das Geld für Ballettstunden. Dazu wird sie von den anderen Mädchen,
insbesondere der wohlhabenden Ann-Lee, permanent schikaniert und ausgeschlossen. Eine Anzeige für ein offenes Vortanzen an der Ballettakademie in New York scheint die Chance ihres Lebens zu sein, ihr Naturtalent vorzuführen und ein Stipendium zu erhalten. Aus diesem Grund arbeitet Casey hart für die Kosten des Bustickets, überwindet ihren Stolz und tritt dank der kontinuierlichen Ermutigung durch ihre Großmutter die Reise in die Großstadt an. Dort erhält zwar nur Ann-Lee einen Platz in der Ballettakademie, doch Casey wird von einer Modern-Dance-Compagnie (eine Tanzart, die ihrer Begabung und ihrem Naturell wunderbar entspricht) akzeptiert. Gegen alle Hindernisse und Rückschläge tritt Casey den Platz an, findet zum ersten Mal Freunde und Anerkennung und darf schließlich ihre erste große Rolle tanzen. - Dieses beeindruckende Kinderbuch beschreibt auf eingängige Weise, wie ein junges Mädchen seine eigene Version des American Dream erlebt, unbeirrbar für seinen Traum kämpft und schließlich belohnt wird. Es wäre oberflächlich, Caseys Geschichte als typische Mädchen- oder Ballettgeschichte einzuordnen, zeigt die Handlung doch durchweg Tiefgang. Sehr zu empfehlen. (Übers.: Sophie Zeitz)
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ein Traum und zwei Füße
Sarah Rubin
Chicken House (2012)
270 S.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11