Buddha-Boy
San Lee, in China geboren und von einem amerikanischen Ehepaar adoptiert, musste in seinem Leben schon oft umziehen. Auch wenn ihm sein ungeliebter und inzwischen nicht mehr in der Familie lebender Adoptivvater immer gepredigt hat, dass Anpassung und
Unauffälligkeit die besten Methoden sind, um gut durchs Leben zu kommen, sehnt sich der junge Mann nach Individualität und Freiheit. Nicht nur, um endlich einmal den Mädchen zu imponieren. Das ist allerdings nicht ganz einfach, wenn man eher unsportlich ist und auch sonst wenig cool erscheint. Als er wieder einmal in eine neue Schule wechseln muss, nutzt San Lee die Chance, sich ganz neu zu erfinden. Eher durch Zufall beeindruckt er durch sein Wissen über den Buddhismus und pflegt von da an den Ruf, ein richtiger Zen-Meister zu sein. Und tatsächlich, sein ungewöhnliches Verhalten beeindruckt nicht nur die geheimnisvolle Woody, in die er sich sofort verliebt, sondern verschafft ihm sogar den Respekt der schulischen Basketballmannschaft. Doch je mehr San Lee über die Lehren des Buddhismus erfährt, desto unwohler fühlt er sich mit seinen Lügengeschichten. - Der amerikanische Autor, der für seinen wunderbaren Roman "Wie ich zum besten Schlagzeuger der Welt wurde..." (BP 08/888) für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war, überzeugt auch mit diesem wiederum eher leisen Jugendroman, der sich auf sensible und dennoch äußerst humorvolle Weise mit dem Thema Identitätssuche beschäftigt. Sonnenblick lässt sich viel Zeit, um seinen erfrischend ungewöhnlichen Plot zu entwickeln und die Leser mit dem liebenswerten und absolut authentischen Helden bekannt zu machen. Er nimmt junge Leute und ihre Suche nach Eigenständigkeit und Lebenssinn sehr ernst und nutzt San Lees immer engagiertere Auseinandersetzung mit dem Buddhismus, um sie neben allem Amüsement über den sympathischen Antihelden zum Nachdenken herauszufordern. (Übers.: Gerda Bean)
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Buddha-Boy
Jordan Sonnenblick
Carlsen (2012)
206 S.
fest geb.