Und in mir der unbesiegbare Sommer

Lina ist erst 15, als ihre bis dato intakte Familie 1941 von den neuen sowjetischen Machthabern aus Lettland nach Sibirien deportiert wird. Ihr Verbrechen: Der Vater gehörte zur intellektuellen Elite des Landes. Er wird von der Familie getrennt, Linas Und in mir der unbesiegbare Sommer jüngerer Bruder Jonas darf nur auf Grund der Geistesgegenwart der Mutter bei den Frauen bleiben. Eine mörderische Odyssee gen Osten beginnt, die erste Station ist eine Rübenkolchose im Altaigebirge, wo die Deportierten unter schlimmsten Lebensbedingungen schuften müssen, ohne ausreichende Nahrung oder Kleidung. Doch es kommt noch schlimmer, das nächste Lager liegt nördlich des Polarkreises. Hier gibt es einen noch schlimmeren Feind als die grausame Soldateska: den dunklen und eiskalten Winter, dem die Menschen nichts entgegenzusetzen haben. Der Tod hält reiche Ernte. Doch Lina gibt die Hoffnung nicht auf, ihre Zeichenbegabung hilft ihr, die Schrecken zu verarbeiten. - Ruta Sepetys ist eine Amerikanerin mit lettischen Wurzeln. Ihren umfangreichen Recherchen vor Ort ist dieses aufhellende, zutiefst berührende und mitunter schockierende Buch zu verdanken, in dem sie junge Menschen über eines der grausamsten Kapitel sowjetischer Schreckensherrschaft unter Stalin aufklärt. Sie richtet nicht, sie lässt einfach Lina selber erzählen, mit all ihrem jugendlichen Ungestüm, ihrer Wut, ihrer Hoffnung, ihrem Überlebenswillen. Und zeigt damit, was der Mensch dem Menschen antun kann und was dieser auszuhalten imstande ist. Ein bedeutendes Buch über ein lange verdrängtes Thema, für Jugendliche und Erwachsene!

Beate Mainka

Beate Mainka

rezensiert für den Borromäusverein.

Und in mir der unbesiegbare Sommer

Und in mir der unbesiegbare Sommer

Ruta Sepetys
Carlsen (2011)

304 S. : Kt.
fest geb.

MedienNr.: 348850
ISBN 978-3-551-58254-6
9783551582546
ca. 16,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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