She drives me crazy
Seit der Trennung von ihrer Freundin Tally steht Scottie komplett neben sich. Als ihre High-School-Mannschaft dann auch noch ein Basketballspiel gegen Tallys neuen Club verliert, verliert sie völlig die Fassung. Doch damit ist dieser schreckliche
Tag noch nicht zu Ende. Auf dem Heimweg rammt sie den Wagen einer Mitschülerin, die sie seit einem unerfreulichen Ereignis zu ihrer Lieblingsfeindin erkoren hat und wird gegen ihren Willen dazu verdonnert, ausgerechnet mit der Cheerleader-Queen Irene eine Fahrgemeinschaft zur Schule zu bilden. Doch schon bald erkennt sie, dass diese ungeliebte Aufgabe das Potential hat, erneut die Aufmerksamkeit ihrer Ex zu gewinnen. Und auch für Irene, die endlich den Mut findet, sich zu outen, hat Scotties Plan einige Vorteile. Keiner der beiden ahnt, welche Folgen ihre rein geschäftliche Abmachung haben wird. - Eine sehr amerikanische High-School-Geschichte, die mit viel Sinn für Humor von den Irrungen und Wirrungen einer ersten (lesbischen) Liebe erzählt. Und auch wenn das Ganze am Ende ein wenig zu klischeehaft schmalzig verläuft, macht es einigen Spaß, diese "Enemies to Lovers-Story" zu lesen, die neben der chaotisch-romantischen Liebesgeschichte auch viel über die Lebenswelt junger Leute zwischen Familienalltag, Schule und sportlichem Engagement, Mobbing, Diskriminierung und Freundschaft zu erzählen hat. Der Autorin gelingt es, ihren sympathischen Haupt- und Nebenfiguren so viel Authentizität zu verleihen, dass man gerne bis zum Happy End dabeibleibt.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
She drives me crazy
Kelly Quindlen ; aus dem Englischen von Ulrike Brauns
Carlsen (2022)
286 Seiten
kt.