Kiki de Montparnasse
Anfang des letzten Jahrhunderts wird Alice Prin unehelich in der französischen Provinz geboren. Mit zwölf Jahren holt sie ihre Mutter nach Paris. Das wilde Mädchen soll sich anpassen und arbeiten. Doch immer wieder verliert sie ihre Arbeit durch
ihr hitziges Temperament. So landet sie schließlich auf der Straße. Sie verkehrt in Künstlerkreisen, entdeckt die Boheme des Montparnasse und lernt den Maler Soutine kennen. Aber auch anderen Künstlern steht sie ab nun Modell und wird zu deren Muse. Besonders einflussreich ist ihre Beziehung zu Man Ray. Dieser fertigt ein Portrait von Niki an, das zum Symbolbild der surrealistischen Fotografie wird. Nikis rauschhaftes, zügelloses Leben, geprägt von wechselnden Liebesbeziehungen zu Männern und Frauen, ihre extremen Höhen und Tiefen, ihr exzessiver Drogenkonsum, lassen sie zu einer charismatischen Persönlichkeit werden, zur Muse zahlreicher avantgardistischer Künstler. Die gekonnt einfachen schwarz-weiß Zeichnungen schaffen einen spannenden Bogen zum opulenten Geschehen und fangen stimmungsvoll die Atmosphäre dieser wilden Jahre in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ein. Für Kunstkenner eine interessante Möglichkeit.
Ursula Reich
rezensiert für den Borromäusverein.
Kiki de Montparnasse
Catel & Bocquet
Carlsen Comics (2011)
Graphic Novel
415 S. : überw. Ill.
fest geb.