Tod auf dem Nil
Die schöne Linnet Ridgeway hat als reiche Erbin nicht nur Freunde. Auf Wunsch ihrer alten Bekannten Jacqueline stellt sie deren arbeitslosen Verlobten Simon Doyle auf Probe ein. Monate später haben die beiden zueinander gefunden und verbringen ihre
Flitterwochen auf einer Nilkreuzfahrt. Jacqueline, die den Verlust ihres Geliebten nicht überwunden hat, ist den beiden als "Stalkerin" auf den Fersen. Und es finden sich noch einige andere Personen, die auf die eine oder andere Weise einen Bezug zur Protagonistin haben, "zufällig" auf dem Schiff ein, auf dem auch Ermittler Hercule Poirot mitreist. Die zeichnerisch sehr ansprechend und bildlich stimmig vor dem Zeithintergrund der 1930er-Jahre umgesetzte Story wirkt dadurch ein wenig konstruiert. Doch dieses Konstrukt schafft ein für Agatha-Christie-Krimis übliches Szenario: Nachdem Linnet des Nachts aus nächster Nähe erschossen wird, gilt es in einem geschlossenen Umfeld unter einer Handvoll Verdächtiger, den Täter oder die Täterin zu ermitteln. Die einsetzenden Untersuchungen bringen dabei manch dunkle Geheimnisse ans Licht und werden von zwei weiteren Morden überschattet, ehe es Poirot gelingt, mit einer gehörigen Portion Scharfsinn den Fall aufzuklären. – Die gut umgesetzte Bilderzählung eines erfolgreichen Klassikers der britischen Kriminalerzählerin Christie kann überall gut angeboten werden.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Tod auf dem Nil
nach dem Roman von Agatha Christie ; Szenario: Isabelle Bottier ; Zeichnungen: Callixte ; aus dem Französischen von Thomas Schöner
Carlsen Comics (2025)
65 Seiten : farbig
fest geb.