Die Abschaffung des Zufalls

April 1989. Ein junger Engländer fliegt von London nach Bukarest, um dort eine Stelle als Dozent an der Universität anzutreten. Er bezieht die elegante Wohnung seines Vorgängers im Stadtteil Herastrau, wo Apparatschiks, Diplomaten und Ausländer Die Abschaffung des Zufalls wohnen. Der Philologe Leo O'Heix, ein zynischer Dandy, der sich neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität auf dem Schwarzmarkt betätigt, führt ihn in die Geheimnisse der doppelbödigen Stadt ein, in der der Diktator alte Kirchen und ganze Stadtteile dem Erdboden gleich machen lässt, um dort seine gigantischen Prestigeobjekte aus dem Boden zu stampfen. Schnell lernt der Engländer, dass er hier in einem totalen Überwachungsstaat gelandet ist, trotzdem lässt er sich sogar auf den Umgang mit Dissidenten ein. - Patrick McGuinness, der Finalist beim Booker-Preis 2011 war, erzählt in seinem ersten Roman vom Niedergang eines am Ende völlig paranoiden Diktators, dessen Personenkult keine Grenzen mehr kannte. Der Autor besticht mit interessanten Hintergrundinformationen über die Politik Ceausescus und die Winkelzüge von dessen Apparatschiks sowie mit anschaulichen Eindrücken vom Milieu Bukarests zum Ende der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Der Roman ist besonders für zeitgeschichtlich interessierte Leser sehr empfehlenswert. (Übers.: Henning Ahrens)

Günther Freund

Günther Freund

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Abschaffung des Zufalls

Die Abschaffung des Zufalls

Patrick McGuinness
Zsolnay (2012)

444 S.
fest geb.

MedienNr.: 365126
ISBN 978-3-552-05580-3
9783552055803
ca. 21,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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